Europaschule
Berufskolleg Barmen

Buber-Rosenzweig-Medaill

Berufskolleg Barmen Europaschule - Träger der Buber-Rosenzweig-Medaille

Nationen verfolgen gemeinsam das Ziel von Bildungsabschlüssen. Dies erfordert auch auf allen Seiten ein hohes Maß an gegenseitigem Verständnis für das "Anderssein". Die Werte von Demokratie, Toleranz und Gerechtigkeit sind zu begreifen und zur Lebensgrundlage zu erheben.

Rechtsradikalismus, Antisemitismus, Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit haben keinen Platz bei uns. So geht es denn bei vielen Projekten auch um die konsequente Fortsetzung des gedanklichen und praktischen Dialoges u. a. mit dem Islam als Basis für ein gemeinsames Verständnis eben auch im Schulalltag einer multikulturollen Europaschule.

Die seit 1996 schwerpunktmäßig im Bereich der Höheren Handelsschule durchgeführten Projekte haben zum gegenseitigen Verständnis der Schüler/innen gleich welcher Nationalität untereinander und zur positiven Atmosphäre im Schulalltag, aber sicher auch weitgehend im privaten Lebensbereich der Schüler/innen, geführt.

Interkulturelles Lernen will die Bedingungen aufzeigen und Voraussetzungen dafür schaffen, dass Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Religion (ca. 2400 Schüler/?innen mit etwa 20 verschiedenen Nationalitäten) gemeinsam leben, sowie miteinander und voneinander lernen können.

Verleihung der Buber-Rosenzweig-Medaille im März 2001

Preisträger

Schule ohne Rassismus

Berufskolleg Barmen Europaschule - Schule ohne Rassismus

 
   
 

 

Deutlich sichtbar prangt das blau-rote Schild "Schule ohne Rassismus" im Eingangsbereich des Berufskollegs Barmen Europaschule in der Sternstraße.

Verliehen wurde uns die Auszeichnung 1996 als bundesweit erster berufsbildender Schule von der Aktion Courage", einem gemeinnützigen Verein gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit mit dem Ziel, Diskriminierung und Gewalt in unserer Gesellschaft nachhaltig zu bekämpfen und alternative Denk- und Handlungsformen zu entwickeln.
Schule ohne Rassismus ist eigentlich selbstverständlich. Das entspricht der Schulkultur unserer Europaschule, die dieses grundlegende Gedankengut in ihrem Schulprogramm verankert hat, und dokumentiert sich u.a. in folgenden Projekten:

  • 1996 Begegnungen mit jungen Menschen in Israel.
  • 1997/1998 Türkische Schuler zeigen deutschen ihre Heimat (Türkei),
  • 1999: Lebens- und Arbeitsweisen als Ausgangspunkt für berufliche Perspektiven (Tunesien)
  • Migration nach Europa, Lebens- und Arbeitsweisen in Dörfern, Oasen und Wüsten (Marokko)
  • Schulpartnerschaft Kemer (Türkei).
  • interkultureller Workshop: Berufspraktika in türkischen Unternehmen in Kemer und in Wuppertaler Betrieben.

So wundert es denn auch nicht, wenn das Engagement des Berufskolleg Barmen Europaschule vom Deutschen Koordinierungsrat der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit mit der Verleihung der Buber-Rosenzweig-Medaille am 4. März 2001 honoriert wurde. Insgesamt 47 "Schulen ohne Rassismus" waren aus allen Teilen der Bundesrepublik zur Ehrung ins Bremer Rathaus eingeladen, Die Schüler/innen hatten tags zuvor das Landesparlament zum Zentrum für Völkerverständigung und gegen Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus an den Schulen gemacht, indem sie sich in mehreren Arbeitsgruppen mit diesen aktuellen Themen auseinander setzten.

DiE KAUFMÄNNISCHE SCHULE 5/2001

 
 

 

 

Schule ohne Rassismus2

Berufskolleg Barmen Europaschule - Schule ohne Rassismus

 

Ein Projekt macht Schule    

   
Entstanden ist das Projekt 1988 in Belgien, als sich Schüler/innen und Jugendarbeiter/innen in Antwerpen zusammensetzten, um zu überlegen, wie dem Rassismus das Wasser abgegraben werden kann. Sie suchten nach einer Idee, mit der viele Gruppen und Initiativen ihre Energie bündeln können, um die Wirkungen von Antirassismusarbeit über größere Regionen auszuweiten.

Ihr Projekt SCHULE OHNE RASSISMUS hat sich heute zu einer Bewegung entwickelt, die öffenlichkeitswirksam und erfolgreich in Belgien und in den Niederlanden (Europa- Koordination) wirkt als Pilotprojekt der europäischen Jugendkampagne "all different - all equal" 1995 in Deutschland, Frankreich und England gestartet ist. Die Koordination für die Bundesrepublik hat Aktion Courage - SOS-Rassimus übernommen und wird dabei von einer Reihe von Service-Stationen in den Bundesländern und dem SprecherInnenrat für Schule Ohne Rassismus unterstützt.



Weil heute jung sein - Schüler/in sein bedeutet, setzt das Projekt an der "Schule" und der Zusammenarbeit von Jugendinitiativen und Schule an. Das geschieht im Prinzip in zwei Schritten:

1.Um eine SCHULE OHNE RASSISMUS zu werden, diskutieren die jeweiligen Schüler/innen die vorliegenden Regeln für eine Schule Ohne Rassismus und führen dazu einen Abstimmungsprozeß herbei. Erst wenn sich 70% aller Schüler/innen, Lehrer/innen und Mitarbeiter/innen einer Schule durch Eintragung in einer Unterschriftenliste für dieses Projekt entschieden haben, kann es losgehen.

2.Zwei oder drei Aktionen gegen Rassismus sind zwar ein Anfang, beseitigen aber den (alltäglichen) Rassismus noch nicht. Die Thematisierung von Rassismus als fächerübergreifende Querschnittsaufgabe ist das Ziel und soll über Projektarbeit, Aktionen, Begegnungen, Feste und kreative Veranstaltungsformen erarbeitet werden. Dazu bieten sich Z. B. auch besondere Daten wie der 21. März, 8. Mai, 1. Sept., die interkulturelle Woche oder der 9. Nov. an.

Wenn der o. g. Abstimmungsprozeß erfolgreich abgeschlossen wurde und die Überlegungen für Aktivitäten und Projekte Platz gegriffen haben, ist es Zeit für die offizielle Verleihung des Titels SCHULE OHNE RASSISMUS. Mit dem gleichnamigen Schild am Eingang der Schule sollen alle Beteiligten und die Öffentlichkeit daran erinnert und sensibilisiert werden, tagtäglich und überall dem heimlichen und offenen Rassismus engagiert entgegenzutreten. Dazu werden Verhaltensmöglichkeiten entwickelt und stabilisiert, umfangreiche Informationshilfen und Projektideen werden z. Z. zusammengestellt.

Wichtig: Das Projekt SCHULE OHNE RASSISMUS ist und bleibt eine Jugendinitiative. Alle Erfahrungen haben gezeigt, daß erfolgreiche (Rassismus und Gewalt-) Initiativen auf Reibungsprozesse innerhalb der Szene angewiesen sind und ihre Dynamik aus der Auseinandersetzung (z. B. unter Jugendlichen) gewinnen. Von daher entwickelt dieses Projekt seinen Erfolg aus der Initiative von unten und bezieht zu gegebener Zeit die Profession und Fachlichkeit z.B. von LehrerInnen u. a. mit ein.