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Human Hacking – Der Mensch als schwächstes Glied

 Um was es beim Ökonomentag gehen soll, darauf verweist der Referent Tobias Erdmann, Geschäftsführer des Systemhauses Erdmann, gleich zu Beginn der Veranstaltung: Wer nicht wolle, dass sein Handy gleich ausgelesen und dies via Beamer öffentlich gemacht werde, der solle das Handy doch bitte gleich ausmachen.

  

Es gibt sofort Unruhe in der Aula, eiliges Suchen nach dem Handy in Schul- oder Hosentasche, dann schnelles Tippen und Abmelden, erste Seufzer sind zu hören. Offensichtlich trifft Tobias Erdmann bei den Zuhörerinnen und Zuhörern einen wunden Punkt; die die Sorge, dass private Daten aus PC, Laptops und Handys ungefragt an die Öffentlichkeit gelangen, haben die Teilnehmer des Auditoriums schon mitgebracht.

 

Auch in diesem Jahr hat sich die Fachschule für Wirtschaft im Rahmen des nun schon traditionell einmal im Jahr stattfindenden Ökonomentags wieder mit einem Thema des Schwerpunktbereiches Wirtschaftsinformatik beschäftigt, wie im vergangenen Jahr wiederum mit einem Thema aus dem Bereich der IT-Sicherheit.

Tobias Erdmann und sein Mitarbeiter Chris Gertig zeigen den Zuhörerinnen und Zuhörern dann auch die Probleme mit der IT-Sicherheit auf sehr beeindruckende Art und Weise. Dabei geht es nicht nur darum, die IT-Infrarstruktur sicher zu machen gegen Hackerangriffe. Problemtisch sei nämlich auch das sogenannte Human Hacking.

Dabei werden die Menschen, die mit den IT-Systemen umgehen, mit allen möglichen Tricks in die elektronische Falle gelockt, sodass Hacker einfach und schnell einen Zugang zu persönlichen Daten oder auch in Firmennetzwerke bekommen können. Human Hacking sei, so beschreibt es Tobias Erdmann, während Chris Gertig die dargestellten Möglichkeiten in Echtzeit am PC nachbildet und zeigt, leicht umsetzbar über gefälschte Emails mit eingebauten Links, so wie es im vergangenen Jahr auch im Bundestag passiert ist, über einfach nachzubauende Facebook-Seiten, um so Account-Daten abzufangen, über ein gehacktes W-Lan, beispielsweise in Hotels oder an anderen öffentlichen Plätzen, nicht zuletzt durch gefälschte Personalausweise.

Die Konsequenzen sind beachtlich: Vom kompletten Identitätsdiebstahl inklusive solchen Schufa-Einträgen, die jede Wohnungssuche, jeden Kredit unmöglich machen, die bis hin zu Eingriffen in die Unternehmens-IT, bei denen nicht nur vertrauliche Daten geklaut, sondern auch Eingriffe in die Produktion vorgenommen werden können – als Voraussetzung für Erpressungen – sind alle Spielarten krimineller Handlungen denkbar. Dass Personalabteilungen natürlich auch ihre Bewerber auf Herz und Nieren prüfen können, ist in dem Zusammenhang fast schon eine Kleinigkeit.

Tobias Erdmann und Chris Gertig haben den Zuhörerinnen und Zuhörer sehr deutlich gemacht, wie wichtig ein umsichtiger Umgang mit den eigenen Daten oder den Firmendaten ist, wie wichtig es ist, nicht zu schnell irgendwo zu klicken, sondern vorher nachzudenken, sich abzusichern, vielleicht auch einmal zu telefonieren. Und gerade die oft ungeschützten Handys bieten ganz hervorragende Einfallstore für diejenigen, die Human Hacking betreiben.

 

Und natürlich haben die Referenten keines der Handys der Anwesenden gehackt. Die „guten Hacker“ haben nun einmal auch ihren Ehrenkodex.

Wir bedanken uns sehr bei den Referenten vom Systemhaus Erdmann.

Hier gibt es weitere Informationen.